Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
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durch Dr. Philipp Melanchthon. 1S46.

Solch' Gebet haben wir auch täglich von Luthers gehört,und ist auch unter solchem ruhig und still von dieser Welt ge-schieden, als er nun im drei und sechzigsten Jahr seines Alterswar. Den Nachkommen hat er Aeugniß genug gelassen, darausman seiner gottseligen Lehre und Lebens mag errinnert werden.Denn erstlich hat er Schriften lassen ansgehen, darin erdie Lehre verfasset hat, die allen Menschen heilsam und noth-wcndig ist, daraus fromme Herzen lernen können, was Bußesei, was Glaube sei, welches die rechten Früchte des Glaubenssind, welches der rechte Gebrauch der Sacramente sei, welcherUnterschied sei unter dem Evangelio und dem Gesetz, desgleichenunter dem Evangelio und Menschensatzungen; wie man die Obrig-keit und den weltlichen Stand ehren solle, und was mehr dervornehmsten Stücke in der christlichen Lehre sind, die man inder christlichen Kirche halten muß. Dazu hat er auch etlicheStreitschriften lassen ausgehcn, darin er allerlei schädliche Jrr-thümcr straft und widerlegt. Zuletzt hat er such viel Auslegun-gen über der Propheten und Apostel Schriften geschrieben, darinauch unsre Feinde bekennen, daß er alle andere Auslegungen, sowir noch bisher gehabt, weit übcrtroffcn.

Was er nun für großen Dank damit billig verdient habensoll, können gutherzige und gottessürchtige Leute wohl verstehen.Wie große Werke aber das sind, so ist doch wahrlich eben sogroß Nutz, auch wohl so viel Arbeit an dem alten und neuenTestament, wie er sic verdeutscht hat, da allein das Deutsche anihm selbst so hell und klar ist, daß, wer cs liefet, auch wohleine Auslegung daran haben mag, und hat sie dennoch nicht al-lein in das bloße Deutsche gebracht, sondern bat auch Glossenund Erklärungen dazu gethan, die voller guter Lehre sind, unddabei gesetzt die Summaricn und Inhalt, darin er die Haupt-stücke der himmlischen Lehre Gottes anzeigt, und den Leser un-terrichtet von der Art und Eigenschaft der Sprachen, auf daßalle fromme Herzen die rechtschaffenen Zeugnisse und Grund ihrerLehre aus dem Brunnen selbst schöpfen könnten; denn cS hatLuther die Leute mit seinen Schriften nicht wollen aufhaltcn undverhindern, sondern zu dem rechten Quell selbst führen. Er hatgewollt, daß wir Gottes Wort selber hörctcn, und daß durchdasselbe in vielen Leuten rechter Glaube und Anrufung würdeangezündet, damit Gott recht gelobet und gepreiset, und vielKinder und Erben des ewigen Lebens würden. So ist es nunja billig, daß man solchen seinen guten Willen und große Arbeit