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5 (1830)
Entstehung
Seite
59
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Rathschlag dcr Theologe» zu Wittenberg re. B. 1.1S46. 59

fen Mörder wehren müßte, er werde geführct vom Kaiser c>dccAndern; denn es ist eine öffentliche Tyrannei und nororia vio-Isntis. Wie sich auch Hispanier, Italiener und Burgunder indiesen Landen halten würden, hat man ein Exempel an Deurenin Jülich gesehen, und soll billig ein jeder Hausvater sein Leibund Leben zusetzen, solche große Tyrannei zu wehren.

Und von dem Vorkommen oder von der prsevention zureden, ist auch wahr, daß die prseveurion, auf diesen Fall dcrGewißheit, recht ist, nämlich so man gewißlich des Kaisers Ge-müth weiß, daß ec Willens ist, diese Stande zu überziehen.

Zum Andern, so es aber ungewiß, so bitten wir in Unter-tänigkeit, unsere gnädigste und gnädige Herren wollen nicht zu-schrciten; denn das Werk ist groß, und wird dieser Krieg eineewige Veränderung der deutschen Nation bringen; darum ist esnicht leicht, anzufangen.

So muß man in dieser Sache auch Gott vertrauen, erwerbeWächter und Schutzherr sein, wie der Psalm spricht: Seid stillund sehet, daß Ich Gott bin.

Man soll aus ungewisser Furcht des Zukünftigen nicht inGegenwärtigkeit von der Regel weichen und gefährliche Dingevornehmen.

So wissen wir auch nicht, so man auf einen ungewissenWahn anziehen würde, wie cs einen Namen haben sollte, undwo man angreifen wollte, so ist noch großer Mangel an Getreide.

Zum Dritten, wahr ist es, der Herren Fährlichkeit ist diegrößte, und ist wohl zu gedenken, will der Kaiser sie überziehen,so wird ec nach der Kur- und Fürsten Personen selbst trachten,daß sie und die jungen Herren in's Gefängniß gebracht werden,wie die großen Könige zuvor mehr mit den Fürsten umgegangensind.

Darüber ist diese Fährlichkeit auch groß; der Adel in Stiftenund in vielen Landen sonst ist dieser Lehre zum Höchsten Feind,fürchten, sie verlieren die großen Prälaturen.

So nun dcr Kaiser eine Macht zu Felde haben würde, chediese Herren gerüstet wären, würden Viele vom Adel sich zumkaiserlichen Heer wenden.

Diese und andere große Gefährlichkeit betrachten wir auchund sehen, daß diese Kur- und Fürsten gleich also wie Israelam rochen Meere stehen, und haben wenig menschlichen Trost;soll das Ende gnädig sein, so wird cS Gottes Werk sein.