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Die Mutter mochte fühlen, daß ein Wunder wol alsglückliche plötzliche Erscheinung gelten könne, daß aberauch das Ungewöhnlichste sich allmälig doch wieder ein-stigen müsse in die Gesetze des Herkommens und des ge-wohnten stetigen Ganges, daß die Hochzeit wol wie einWunder erscheinen könne, die Ehe aber nicht, die einegeregelte Fortsetzung in sich schließt. Sie sagte daher:„Mit all den Leuten, die du jetzt gering ansiehst und stolz,weil du weißt, du thust das Rechte, mit denen mußt dudoch wieder leben und verlangst, daß sie dich nicht scheelansehen und dir deine Ehre lassen, und dafür, daß dieMenschen das thun, mußt du ihnen das Gehörige auchgeben und lassen; du kannst sie nicht zwingen, daß sie andir eine Ausnahme sehen sollen und du kannst nicht Je-dem nachlaufen und ihm sagen: wenn du wüßtest wie'sgekommen ist, du würdest mir rechtschaffen Recht geben."Johannes aber erwiederte;
„Ihr werdet es erfahren, daß Niemand gegen meineAmrei was haben kann, der sie nur eine Stunde gese-hen hat." Und er hatte ein gutes Mittel die Mutternicht nur zu beschwichtigen, sondern auch innerlichst zu er-quicken, indem er ihr berichtete, wie alles das was sieals Mahnung und Erwartung ausgesprochen habe wie„angefremt" (bestellt) eingetroffen sei, und sie mußte lachenals er schloß: „Ihr habt den Leisten im Kopf gehabt nachdem die Schuh da oben gemacht sind, und die drin herum-laufen soll, paßt wie gegossen darauf."
Die Mutter ließ sich beruhigen und am SamstagMorgen vor dem Familienrath kam Dami, er mußte abersogleich wieder zurück nach Haldenbrunn, um dort beiSchultheiß und Amt alle nöthigen Papiere zu besorgen.