6. Die Eigenbrätlerin.
Eine Frau, die ein einsam abgeschiedenes Leben führt,sich ihre Nahrung ganz allein kocht und brät, nennt maneine Eigenbrätlerin und eine solche hat in der Regel auchnoch allerlei Besonderheiten. Niemand hatte mehr Rechtund mehr Neigung eine Eigenbrätlerin zu sein als dieschwarze Marann', obgleich sie nie etwas zu braten hatte,denn Habermns und Kartoffeln und Kartoffeln undHabermus waren ihre einzigen Speisen. Sie lebte immerabgesondert in sich hinein und verkehrte nicht gern mitden Menschen. Nur gegen den Herbst war sic stets vollhastiger Unruhe, sic plauderte um diese Zeit viel vor sichhin und redete auch die Menschen von freien Stücken an,besonders Fremde, die durch das Dorf gingen; denn sieerkundigte sich, ob die Maurer von da und dort schonzur Winterrast heimgekchrt seien und ob sie nichts vonihrem Johannes berichtet hätten. Wenn sie die Leinwand,die isie den Sommer über gebleicht hatte, noch einmalkochte und answnsch und dabei die ganze Nacht aufblieb,murmelte sie stets vor sich hin. Man verstand nichts da-von, nur der Zwischenruf war deutlich, denn da hieß es:„Das ist für dich und daS ist für mich;" sie sprach näm-lich täglich zwölf Vaterunser für ihren Johannes, aber