11. Wie^s im Liede steht.
„Kein Feuer, keine KohleKann brennen so heiß,
Als heimlich stille Liebe,
Von der Niemand nichts weiß."
So sang Amrei Morgens am Herdfeuer stehend,während Alles im Hause noch schlief.
Der Roßbub, der den Pferden zum ersten Male Futteraufsteckte, kani in die Küche und holte sich eine Kohlefür seine Pfeife.
„Was thust denn du schon so früh auf, wenn dieSpatzen murren?" fragte er Barfüßele.
„Ich mache eine Tränke für die Kälberknh," antworteteBarfüßele, Mehl und Kleie einrührend, ohne sich um-zuschauen.
„Ich und der Oberknecht wir haben dich gestern Abendbeini Tanz noch gesucht, aber du bist nirgends zu findengewesen," sagte der Noßbub. „Freilich, du hast nimmertanzen wollen; du bist zufrieden, daß dich der fremdePrinz zum Narren gehalten hat."
„Es ist kein Prinz und er hat mich nicht zum Narrengehabt. Und wäre das auch, ich möcht' lieber von soeinem zum Narren als von dir und dem Oberknecht zumGescheiten gehabt sein."'