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Barfüßele
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12. Er ist gekommen.

Barfüßele stand eines Sonntags Nachmittags nachihrer Gewohnheit an die Thürpfoste des Hauses gelehntund schaute träumend vor sich hin, da kam der Enkel desKohlenmathes das Dorf heraufgesprungen und winkteschon von Ferne und rief:

„Er ist gekommen! Barfüßele, er ist gekommen!"

Barfüßele zitterten die Kniee und mit bebender Stimmerief sie: „Wo ist er? wo?"

„Bei meinem Großvater im Moosbrunnenwald."

„Wo? Wer? Wer schickt dich?"

„Dein Dami. Er ist drunten im Wald."

Barfüßele mußte sich auf die Steinbank vor demHause setzen, aber nur eine Minute, dann bezwang siesich selbst, richtete sich straff auf mit den Worten: „MeinDami? Mein Bruder?"

„Ja, des Barfüßeles Dami," sagte der Knabe treu-herzig, „und er hat mir versprochen, du gäbest mir einenKreuzer, wenn ich zu dir Boten gehe und es dir sage;'jetzt gieb mir meinen Kreuzer."

„Mein Dami wird dir schon drei dafür geben."

„O nein," sagte der Knabe, „er hat ja zu meinemGroßvater geheult, weil er keinen Kreuzer mehr habe."