14. Der Schimmelrciter.
Am Abend desselben Tages, an dem Johannes aus-gerittcn war von Znsmarshofen, kam der Krappenzacherins Hans des Rodelbauern und saß mit diesem langeim Hintcrstübchen und las ihm leise einen Brief vor.
„Hundert Kronenthaler mußt du mir geben, wenndie Sache ins Reine kommt, und das will ich schriftlich,"sagte der Krappenzacher.
„Ich meine, fünfzig Kronenthaler wären auch genug,das ist ein schön Stück Geld."
„Nein, keinen rothen Heller weniger als runde Hun-dert, und ich schenke dir dabei noch gut und gern hundert,aber ich gönne es dir und deiner Schwester, und thuegern einem im Ort einen Gefallen. Ich bekäme in End-ringen und in Siebenhöfen gut und gern das Doppelte.Deine Rosel ist eine rechte Banerntochter, da kann mannichts dagegen sagen, aber was Besonderes ist sie nicht,da kann man fragen: was kostet das Dutzend von denen?"
„Sei still, das leid' ich nicht."
„Ja, ja, will still sein, und dich nicht im Schreibenverwirren. Jetzt schreib' gleich."
Der Rodelbauer mußte dem Krappcnzacher willfahrenund als er geschrieben hatte, sagte er: