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Barfüßele
Seite
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2. Die ferne Seele.

Der Rodelbauer, dessen Haus mit dem rothangestri-chenen Gebälke und einem frommen Spruche in einergroßen Herzform, nicht weit vom Hause des Josenhanswar, hatte sich vom Gemeinderath zum Pfleger der ver-waisten Kinder ernennen laßen. Er weigerte das um soweniger, da Josenhans vordem als Anderknecht bei ihmgedient hatte. Seine Pflegschaft bestand aber in weiternichts als daß er die unverkauften Kleider des Vatersaufbewahrte und manchmal, wenn er einem der Kinderbegegnete, im Vorübergehen fragte:bist brav?" und ohnedie Antwort abzuwarten, weiter schritt. Dennoch war inden Kindern ein seltsamer Stolz, da sie erfuhren, daßder Großbauer ihr Pfleger sei; sie kamen sich dadurch alsetwas ganz Besonderes, fast Fürnehmes vor. Sie stan-den oft abseits bei dem großen Hause und schauten ver-langend hinauf, als erwarteten sie etwas und wußtennicht was, und bei den Eggen und Pflügen neben derScheune saßen die Kinder oft und lasen immer wiederden Bibelspruch am Hause. Das Haus redete doch mitihnen, wenn auch sonst Niemand.

Es War am Sonntag vor Allerseelen, als die Kinderwiederum vor dem verschlossenen Elternhause spielten sie