1. Die Kinder Klopfen an.
Morgens früh im Herbstnebel wandern zwei Kindervon sechs bis sieben Jahren, ein Knabe und ein Mädchen,Hand in Hand durch die Gartenwege zum Dorf hinaus.Das Mädchen, um ein Merkliches älter, hält Schiefer-tafel, Bücher und Schreibhefte unter dem Arm; derKnabe hat das Gleiche in einem offenen grauleinenenBeutel, der ihm über die Schulter hängt. Das Mädchenhat eine Haube von weißem Drill, die fast bis an die Stirnereicht und die weit vorstehende Wölbung der Stirne umso schärfer hervortreten läßt; der Knabe ist barhaupt.Man hört nur Einen Schritt, denn der Knabe hat festeSchuhe an, das Mädchen aber ist barfuß. So oft esder Weg gestattet, gehen die Kinder neben einander, sindaber die Hecken zu eng, geht das Mädchen immer voraus.
Auf dem falben Laub an den Sträuchern liegt einweißer Duft und die Mehlbeeren und Pfaffenhütchen,besonders aber die aufrechtstehendcn Hagebutten auf nacktemStengel sind wie versilbert. Die Sperlinge in denHecken zwitschern und fliegen in unruhigen Haufen aufbeim Herannahen der Kinder und setzen sich wieder nichtweit von ihnen, bis sie von neuem anfschwirren und endlichsich hinein in einen Garten werfen, wo sie sich auf einem
Auerbach, Barfüßelc. 1