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19. Geheime Schätze.
Amrei wußte sich im Hause bald so heimisch zu ma-chen, daß sie schon am zweiten Tage darin lebte, alswäre sie von Kindheit an hier ausgewachsen und der Altetrappelte ihr überall nach und schaute ihr zu, wie sieAlles so geschickt aufnahm und so stet und gemessen voll-führte; ohne Hast und ohne Nast.
Es giebt Menschen, die wenn sie gehen und nur dasKleinste holen, einen Teller, einen Krug, da scheuchen siedie Gedanken aller Sitzenden auf, sie schleppen so zu sagenBlick und Gedanken der Sitzenden und Zuschauenden mit sichherum. Amrei dagegen verstand Alles so zu thun und zu lei-sten, daß man bei ihrem Hantieren die Ruhe nur um so mehrempfand und ihr für Jegliches nur um so dankbarer war.
Wie oft und oft hatte der Bauer darüber gescholten,daß allemal, wenn man Salz brauche, Eines vom Tischeaufstehen müsse. Amrei deckte den Tisch und auf dasausgebreitete Tischtuch stellte sie immer zuerst das Salz-faß. Als der Bauer Amrei darüber lobte, sagte dieBäuerin lächelnd: „du thust jetzt, als ob du vorher garnicht gelebt hättest, als ob du Alles hättest ungesalzenund ungeschmalzen essen müssen;" und der Johannes er-zählte, daß man Amrei auch die Salzgräfin hieße und