Druckschrift 
Barfüßele
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

191

und zum Nachtessen sind wir wieder da, wenn nicht schonfrüher."

Barfüßele, die das Alles hörte, biß sich auf die Lippenund konnte sich fast gar nicht halten vor Lachen über dieRede des Johannes, „ja, dachte sie vor sich hin, den habtihr noch nicht ani Halfter geschweige denn am Zaum,der läßt sich nicht gleich in der Welt hernmführen wieversprochen, daß er nicht mehr zurückkann."

Sie mußte ihr Tuch von dem Gesichte abthnn, soheiß wurde es ihr vor Freude.

Das war nun ein seltsamer Tag heute im Hanse undRosel erzählte halb ärgerlich, was für wunderliche Fragender Johannes an sie gestellt habe, und Barfüßele jubelteinnerlich, denn Alles das was er wissen wollte, und wo-von sie sich recht gut abnehmen konnte, warum er esfragte, alles das war ja in ihr erfüllt. Aber was nütztdas? Er kennt dich nicht, und wenn er dich auch kennt,du bist ein armes Waisenkind und in Dienst, da kannnimmer was draus werden. Er kennt dich nicht und wirddich nicht fragen.

Am Abend als die beiden Männer znrückkehrtcn, hatteBarfüßele schon das Tuch um die Stirne abnehmen kön-nen, nur das um Kinn und Schläfe gebundene aber mußtesie noch behalten und breit vorziehen.

Johannes schien jetzt weder Wort noch Blick für siezu haben. Dagegen war sein Hund bei ihr in der Kücheund sie gab ihm zu fressen und streichelte ihn und redeteauf ihn hinein: „Ja! Wenn du ihm nur Alles sagenkönntest, du würdest ihm gewiß alles treu berichten!"

Der Hund legte seinen Kopf in den Schooß Bar-süßeles und schaute sie mit verständnißreichen Augen an,