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Barfüßele
Seite
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Barfüßelc mußte ins Feld und den ganzen Tagdraußen bleiben beim Einpflanzen der Rübensetzlinge.Bei jedem Schritte fast zögerte sie und wollte zurück unddem Fremden Alles sagen, aber das Gebot der Unter-thänigkeit eben so sehr als eine besondere Betrachtung drängtesie fort zu ihrer angewiesenen Pflicht. Wenn er so einfältigund unbesonnen ist, daß er so fahrlässig hineinrennt,dann ist ihm nicht zu helfen, dann verdient er's nichtbesser und- versprochen ist ja noch nicht geheirathet,tröstete sie sich zuletzt; aber sie war doch den ganzen Tagvoll Unruhe, und als sie Abends heimgekehrt die Kühemelkte und Rosel mit dem vollen Kübel an einer ansge-molkenen Kuh saß und hell sang, da hörte sie den Frem-den mit dem Bauer im benachbarten Pferdestall. Eshandelte sich um einen Schimmel. Aber woher kam dennder Schimmel in den Stall? sie hatten ja bisher keinen?Jetzt fragte der Fremde:Wer ist das, das danebensingt?"

Das ist meine Schwester," sagte der Bauer und aufdieses Wort hin fiel Barfüßele ein und sang die zweiteStimme so mächtig, so trotzig, daß sie ihn zwingenwollte, daß er auch fragen müsse, wer denn drüben dassei; aber das Singen hatte den Uebelstand, daß mandadurch nicht hören konnte, ob er denn wirklich gefragthabe. Und als Rosel mit dem vollen Kübel über denHof ging, wo eben jetzt der Schimmel vorgeführt undbeschaut wurde, sagte der Bauer:

Da, die da, das ist meine Schwester. Rosel! Stellab und richt' was zum Nachtessen, wir haben einen Ver-wandten zum Gast, ich will ihn schon hinaufbringen."

Und die Kleine da hat wol die zweite Stimme