Druckschrift 
Barfüßele
Seite
163
Einzelbild herunterladen
 

163

Bald aber hielt sie ihm eine andere Nachrede, dennes zeigte sich, daß der Rodelbauer, der Barfüßelc sojahrelang darauf vertröstet hatte, sie in seinem Testamentegar nicht erwähnte, viel weniger ihr etwas vererbte. Alsdie schwarze Marann' gar nicht aufhören wollte mit Klagenund Schelten sagte Barfüßele:Das geht jetzt in Einemhin, es ist jetzt einmal so, es hagelt jetzt von allen Seitenauf mich los, aber die Sonne wird schon wieder scheinen."

Die Hinterlassenen des Rodelbauern schenkten indeßBarfüßele einige Kleider des Alten;, sie hätte sie gernzurückgewicsen, aber durfte sie cs wagen, jetzt noch mehrTrotz kund zu geben? Auch Dann wollte die Kleider nichtannchmen, aber er mußte nachgebcn. Es schien einmalsein Loos, in den Kleidern allerlei Abgeschiedener seinLeben zu verbringen.

Der Kohlenmathes nahm Dami zu sich in den Waldznm Meiler, und Zuträger sagten dem Dami, er sollenur einen Prozeß anfangen, man könne ihn nicht aus-weisen, weil er noch an keinem andern Orte angenommensei, das sei stillschweigende Voraussetzung beim Aufgebendes Heimathsrechtes.

Die Leute schienen sich fast daran zu erlustigen, daßdie armen Waisen weder Zeit noch Geld hatten, einenRechtsstreit anzufangen.

Dami schien sich wohlzngcfallen in der Einsamkeit desWaldes. Es war so nach seiner Art, daß man sich nichtan-und auszuziehen brauchte, und jedesmal am SonntagNachmittag kostete cs Barfüßele einen Kampf, bis sichDami nur ein bischen reinigte; dann saß sie bei ihm unddem Mathes, und man sprach wenig, und Barfüßelekonnte ihre Gedanken nicht abhalten, daß sie in der Irre