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sie doch endlich ungeöffnet bei Seite legen! Ich will dirsagen, Amrei, was mit dir ist: Du bist jetzt stcrbens-vcrliebt. Sei froh, so gut wird cs wenigen Menschen, eswird wenigen Menschen so wohl, daß sie eine rechte Liebein sich spüren; aber nimm dir ein Beispiel an mir, laßdie Hoffnung nicht fahren. Weißt, wer schon bei leben-digem Leibe gestorben ist? Wer nicht von jedem Tag,absonderlich wer nicht von jedem Frühling meint: Jetzt'fängt das Leben erst recht an, jetzt kommt etwas was nochgar nie dagewesen ist. Dir muß es noch gut gehen, duthust ja lauter Gottcsthaten. Was hast du an deinemBruder gcthan, was an mir, was am alten Rodelbauer,was an allen Menschen! Aber es ist gut, daß du nichtweißt, was du thust. Wer Gutes thnt und betet undimmer daran denkt und sich was drauf cinbildet, der be-tet sich durch den Himmel durch und muß auf der andernSeite die Gänse hüten."
„Das Hab' ich schon hier gethan, davon bin ich er-löst," lachte Barfüßele und die Alte fuhr fort:
„Mir sagt eine Stimme, daß der, der mit dir ge-tanzt hat, mein Johannes gewesen ist, kein andererMensch. Und ich will dir's nur sagen: wenn er nichtverheirathet ist, dich muß er nehmen. Sammetkleider hatinein Johannes immer gern gehabt und ich denk' jetztso: er läuft jetzt um die Grenze herum, bis unser Königstirbt, dann kommt er herein ins Land; aber Unrecht ist's,daß er mir nichts sagen läßt und cs thnt mir so and(sehnsüchtig) nach ihm."
Barfüßele schauderte vor der unverwüstlichen Hosf-nungskraft der schwarzen Marann' und wie sie sich immerund immer an ihr festhielt.