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Barfüßele
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inan ja in keiner Stunde, in keiner Minute mehr daheim,aus keinem Boden mehr fest, und immer mit einem Fußin der Luft."

„O Kind! Sag' das nicht," jammerte die Marann'.„Was willst denn du vom Warten reden? Denk'an michund ich warte geduldig und ich warte bis zu meiner letz-ten Stunde und gcb's nicht auf."

Zn der Erkcnntniß fremden Kummers loste sich derSchmerz Barftißeles in Thränen auf und sie klagte: „Mirist so schwer, ich denk' jetzt immer an's Sterben. Wieviel tausend Kübel Wasser muß ich noch holen und wieviel Sonntage gicbt's noch? Man sollte sich eigentlich garnicht so viel grämen, das Leben hat ja so bald ein Ende,und wenn die Roscl zankt, denk' ich: ja zank du nur, wirsterben beide bald, dann hat's ein End'; und dann über-fällt mich wieder eine Angst, daß ich mich so arg vor demSterben fürchte. Wenn ich so liege und will mir denken,wie es ist, wenn ich todt bin: ich höre nichts, ich sehenichts, dieses Auge, dieses Ohr ist todt, Alles da ummich her ist nicht mehr da, cs wird Tag und ich weißnichts mehr davon; man mäht, man erntet, ich bin nichtmehr dabei. O warum ist denn daS Sterben! . . Waswillst du machen? Haben Andre auch sterben-müssen unddie waren noch mehr als du. Man muß cs ruhig er-tragen. — Horch, der Schütz schellt auS,"so unterbrach sichBarfüßele in der seltsamen Klage, und sie, die eben ster-ben wollte und wieder nicht sterben wollte, hätte doch gernerfahren, was der Dorfschütze noch ausschellt.

„Laß ihn schellen, er bringt dir doch nichts," sagte dieAlte wehmüthig lächelnd. „O was ist der Mensch! Wiemuß Jeder wieder die harte Nuß anfznknacken suchen und