Druckschrift 
Barfüßele
Seite
123
Einzelbild herunterladen
 

123

traurig war, es hat mir was gefehlt; aber jetzt bin ichvollauf zum Feiertag aufgelegt, ganz aus deni Geschirr,jetzt wäre ich erst recht aufgelegt zum Tanzen wenn ichnur Tänzer kriege."

Ameile wußte Barfüßele keine bessere Ehre anzuthun,als indem sie sie wie eine vornehme Bäuerin im Hauseherumführte und in der Brautstube zeigte sie die großeKiste mit den Kunkelschenken (Hochzeitsgeschenken) undöffnete die hohen, blaugemalten Schränke drauf Nameund Jahrzahl geschrieben war und darin vollgestopft dieAussteuer und zahlreiches Linnenzeug, alles mit buntenBändern gebunden und mit künstlichen Nelken besteckt.Im Kleiderschranke mindestens dreißig Kleider, danebendie hohen Betten, die Wiege, die Kunkel mit den schönenSpindeln um und um mit Kinderzeug behängen, das dieGespielen geschenkt hatten.

O lieber Gott!" sagte Barfüßelewie glücklich istdoch so ein Kind aus so einem Haus."

Bist du neidisch?" fragte die Bäuerin und im An-denken, daß sie das Alles einer Armen zeige, setzte siehinzu:Glaub mir, das viele Sach' macht es nicht aus;es sind viele glücklicher, die keinen Strumpf von denEltern bekommen."

Ja wohl, das weiß ich, und bin auch nicht neidischum das viele Gut, weit eher darum, daß Euer KindEuch und so vielen Menschen danken kann für das Gute,was es von ihnen hat. Solche Gewänder von der Mut-ter müssen doppelt warm halten."

Die Bäuerin zeigte ihr.Wohlgefallen an Barfüßeledadurch, daß sie ihr das Geleite gab bis vor den Hof,ebensogut als einer die acht Roßköpfe in Stall hatte.