122
gleich zugreifen, ich muß gestehen, ich bin hungrig undich will Euch nicht viel Mühe machen mit Zureden."
Amrei blieb nun in der Küche und gab den Auftra-genden Alles so geschickt in die Hand und wußte baldAlles so zu stellen und zu greifen, daß die Bäuerin sagte:„Ihr beiden Amrei's, du da und meine Bruderstochter,Ihr könnet jetzt schon Alles machen und ich will bei denGästen bleiben."
Die Amrei von Siebenhöfen, die sogenannte Schmalz-gräfin, die weit nrw breit als stolz und trotzig bekanntwar, benahm sich ausnehmend freundlich gegen Barfüßeleund die Furchcnbäuerin sagte einmal zu Barfüßele: „Esist schad, daß du kein Bursch bist; ich glaub', die Amreithät' dich auf dem Fleck heiratheu und dich nicht heim-schicken wie alle anderen Freier."
„Ich Hab' einen Bruder, der ist noch zu haben, aberer ist in Amerika," scherzte Barfüßele.
„Laß ihn drüben," sagte die Schmalzgräfin, „ambesten wär's, man könnte alle Mannsleute hinüberschickenund wir blieben allein da."
Amrei verließ den Hof nicht bis wieder Alles auPlatz gestellt war und als sie ihre Schürze auszog, warsie noch so weiß und unzerknittert wie beim Anziehen.
„Du wirst müd sein und nimmer tanzen können,"sagte die Bäurin als Amrei endlich mit einem GeschenkeAbschied nahm und diese sagte:
„Was müd' sein? Das ist ja nur gespielt. Undglaubet mir, cs ist mir jetzt wohler, daß ich heut schonetwas geschafft habe. So einen ganzen Tag bloß zurLustbarkeit, ich wüßt' ihn nicht herumzubringen, und dasist's gewiß auch gewesen, warum ich heute Morgen so