Die frische Rothe eines Kinderschlafes lag auf ihremAngesichte und Alles sah sie staunend an. Sie ging nachdem Tanzboden; da tönte die Musik, aber in den leerenRaum, es waren keine Tänzer da. Nur die Mädchen,die heute zur Bedienung der Gäste gedungen waren, tanz-ten miteinander herum. Der Krappenzacher betrachteteBarfüßele lauge und schüttelte den Kopf. Er schien sieoffenbar nicht zu kennen. Amrei drückte sich an denWänden hin und wieder hinaus. Sie begegnete Dominikdem Fnrchcnbauer, der heut in voller Freude strahlte.
„Mit Verlaub," sagte er, „gehört die Jungfer zuden Hochzeitsgästen?"
„Nein, ich bin mir eine Magd, und bin mit meinerHaustochter, des Rodelhauern Rosel gekommen."
„Gut, so geh' hinauf auf den Hof zur Bäuerin, undsag' ihr, ich schick' dich, du wolltest ihr helfen; man kannheute nicht Hände genug in unserm Hanse haben."
„Weil Ihr es seid, recht gern," sagte Amrei undmachte sich auf den Weg. Unterwegs mußte sie viel darandenken, daß der Dominik auch Knecht gewesen sei und . . .„ja, so etwas kommt nur alle hundert Jahr' Einmal vor.Und es hat viel Blut gekostet ehe er zu dem Hof gekom-men ist, das ist doch arg."
Die Furchenbäuerin Ameile hieß die Ankommende,die im Anerbieten ihrer Dienste zugleich die Jacke abzogund sich eine große Schürze mit Brustlatz ausbat, freund-lich willkommen; aber die Bäuerin that es nicht anders,Amrei mußte vorher selber sattsam Hunger und Durststillen bevor sie Andere bediente. Amrei willfahrte ohneviel Umstände und schon mit den ersten Worten gewannsie die Furchenbäuerin, -denn sie sagte: „Ich will nur