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die einem armen Mädchen solche Blutzinsen abnehme,ging seltsam durcheinander. Sie versprach, noch heutedas Darlehen zu bezahlen und es Barfüßele allmälig amLohne abzuziehen.
Jetzt endlich durfte sich Barfüßele betrachten. DieFrau hielt ihr selber den Spiegel vor und aus den Mie-nen Beider glänzte es und sprach es wie ein jauchzenderWechselgesang der Freude.
„Ich kenn' mich gar nicht! ich kenn' mich gar nicht!"sagte Barfüßele immer und betastete sich auf und niedermit beiden Händen im Gesicht. „Ach Gott, wenn nurmein' Mutter mich so sehen könnte! Aber sie wird Euchgewiß vom Himmel herab segnen, daß Ihr so gut zumir seid, und sie wird Euch beistehen in der schwerenStunde; brauchet nichts zu fürchten."
„Jetzt mach' aber ein ander Gesicht," sagte die Bäu-rin, „nicht so ein Gotteserbarm; aber es wird schon kom-men, wenn du die Musik hörst."
„Ich mein', ich höre sie schon," sagte Barfüßele.„Ja, horchet, da ist sie." In der That fuhr eben eingroßer Leiterwagen nnt grünen Reisern besteckt durch dasDorf und drauf saß die ganze Musik, und der Krappen-zacher stand mitten zwischen den Musikanten und blies dieTrompete, daß es schmetterte.
Nun war kein Halt mehr im Dorfe, Alles machtesich eilig davon. Die Bernerwägelein, einspännig undzweispännig, aus dem Dorfe selber und aus den benach-barten, die hier durchmußten, jagten fast einander wie imWettrennen. Rosel stieg zu ihrem Bruder auf den Vor-dersitz und Barfüßele saß hinten im Korbe. Es schauteimmer vor sich nieder, so lange man durch das Dorf