102
der Vater seine Hand gehabt hat, wenn du das nichtgleich mit Stumpf und Stiel aus der Seele reißest! DieAxt gieb her! Die soll kein Mensch haben, der vonStehlen und Morden spricht. Die Axt gieb her! Oderich weiß nicht was ich thue."
Kleinlaut sagte Dami: „Es ist nur so ein Gedankegewesen. Glaub' mir, ich hab's nicht gewollt, ich kannja das auch nicht; aber weil sie mich immer so den Kegel-buben heißen, da Hab' ich gemeint, ich müsse auch ein-mal wettern und dreinfluchen und dreinhauen. Aber duhast Recht. Sieh, wenn du willst, gehe ich noch heutNacht hin zum Scheckennarrcn und sage ihm, daß ichkeine bösen Gedanken im Herzen gegen ihn Hab'."
„Das brauchst du nicht, das ist zuviel; aber weil duso Einsicht annimmst, so will ich dir helfen was ich kann."
„Das Beste wäre, du gingst mit."
„Nein, das kann ich nicht, ich weiß nicht warum,aber ich kann nicht. Aber das habe ich nicht verschworen:wenn du mir schreibst, daß dir's beim Ohm gut geht,da komme ich nach. So in den Nebel hinein, wo mannichts weiß... ich ändere nicht gern, und ich hab's jaeigentlich gut hier. Aber jetzt laß uns überlegen, wiedu fort kommst."
Es ist eine Eigenheit vieler Auswandernden, und gibtZeugniß von einer finstern Seite der Menschennatur über-haupt und unserer vaterländischen Zustände insbesondere,daß die lebendig Scheidenden gern noch vor ihrem Ab-gänge ungestraft Rache nehmen, und bei Vielen ist esdas Erste was sie in der neuen Welt thun, daß sie nachder alten Welt an die Gerichte schreiben, und allerleiAngebereien über geheimgebliebene Verbrechen machen.