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Barfüßele
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Hauswesen des Rodelbauern wacker angriff und alles inStand hielt, war es eine Hauptangelegenheit der Nosel, sichbei den Leuten zu berühmen, wie viel Geduld man mitdem Barfüßele haben müsse, wie ihm die Gänsehirtin inallen Stücken nachginge, und wie sie es als ein Werk derBarmherzigkeit betrachte, das Barfüßele nicht so vor denAugen der Welt erscheinen zu lassen wie es eigentlich sei.

Ein besonderer Gegenstand des Aufziehens und desnicht immer wichtigen Spottes waren die Schuhe desBarfüßele. Es ging fast immer barfuß, und höchstensim Winter in abgeschnittenen Stiefeln des Bauern, unddennoch ließ sie sich bei jedem halbjährigen Lohne die ge-bräuchlichen Nahmenschuhe geben; sie standen aber obenin der Kammer unberührt und Barfüßele ging doch sostolz als hätte es Me die Schuhe auf Einmal an, sietrug sie im Bewußtsein.

Sechs Paar Schuhe standen neben einander seitdemDami beim Scheckennarren diente. Die Schuhe warenmit Heu ausgestopft und von Zeit zu Zeit tränkte sieBarfüßele mit Fett, damit sie geschmeidig blieben. Bar-füßele war vollauf herangewachsen, nicht sehr hoch, aberstämmig untersetzt. Sie kleidete sich immer ärmlich, abersauber und anmuthig, und Anmuth ist die Pracht derArmuth, die nichts kostet und nicht zu kaufen ist. Nurweil es der Rodelbauer der Ehre des Hauses angemessenhielt, zog Barfüßele des Sonntags ein besseres Kleid an,um sich vor den Leuten zu zeigen, dann aber kleidete siesich rasch wieder um, und saß bei der schwarzen Marann'in ihrem Werktagskleids oder sie stand auch bei ihrenBlumen, die sie vor ihrem Dachfenster in alten Töpfenpflegte. Nelken, Gelbveigelein und Rosmarin gediehen hier