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Barfüßele
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Gewohnheit der Eigenbrötlern: gethan hatte, und es fiel ihrnicht ein, dabei zu denken oder zu sagen: wie könnt' Ihrmich noch zanken und schelten über etwas was ich Euchschenke? Ja sie wußte kaum mehr daß sie dieses that.Nur wenn sie an Sonntagabenden bei der Vereinsamtenstill vor dem Hause saß und zum tausendsten Male gehörthatte, welch ein schmucker Bursch der Johannes am Sonn-tage gewesen sei und wenn dann die jungen Burschen undMädchen durch das Dorf zogen und allerlei Lieder san-gen, da wurde sie etwas davon gewahr, daß sie hier saßund ihre Lustbarkeit opferte und sie sang leise vor sichhin die Lieder mit, die von den Wandelnden im Vereingesungen wurden; aber wenn sie die Marann' ansah,hielt sie inne und sie dachte darüber nach, wie es docheigentlich gut wäre, daß der Dami nicht mehr im Dorfesei, Er war nicht mehr die Zielscheibe allgemeiner Neckereiund wenn er znrnckkam, war er gewiß ein Bursch vordem Alle Respekt haben mußten.

An Winterabenden, wenn im Hause des Rodelbauerngesponnen und gesungen wurde, da allein durfte Barfü-ßele mitsingen, und obgleich sie einen Hellen, lauten Tonhatte, ließ sie sich doch dazu herbei, fast immer die zweiteStimme zu singen. Die Rosel, des Rodelbauern nochledige Schwester, die um ein Jahr älter als Barfüßelewar, sang immer die erste Stimme, und es verstand sichvon selbst, daß auch die Stimme Barfüßeles ihr dienenmußte, wie denn überhaupt die Rosel, eine stolze undschneidige Person, das Barfüßele durchaus als Lastthierim Hause betrachtete und behandelte; allerdings wenigervor den Leuten als im Geheimen. Und eben weil Bar-füßele im ganzen Dorfe-dafür angesehen war, daß sie im