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Barfüßele
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aber hier übte sie schnell wieder jene Kraft, mit der sieSpott und Kränkung bezwang; sie drückte die Thränenhinab, faßte hüben und drüben ihre Schürze, tanzte mitsich allein herum und so zierlich, so biegsam, daß alleKinder inne hielten, lind bald nickten die Erwachsenenunter der Thüre einander zu, und ein Kreis von Männernund Frauen bildete sich um Amrei und besonders derRodclbauer, der sich an diesem Tage doppelt gütlich gethanhatte, schnalzte mit den Händen und pfiff lustig denWalzer, den die Musik drinnen aufspielte, und Amreitanzte unaufhörlich fort und schien gar keine Müdigkeit zukennen. Als endlich die Musik verstummte, faßte derRodelbauer Amrei an der Hand und fragte:Du Blitz-mädle, wer hat dir denn das so schön gelehrt?"

Niemand."

Warum tanzest du denn mit Niemand?"

Es ist besser man thut's allein, da braucht man aufNiemand zu warten und hat seinen Tänzer immer bei sich."

Hast schon was von der Hochzeit bekommen?" fragteder Rodelbauer wohlgefällig schmunzelnd.

Nein."

Komm herein und iß," sagte der stolze Bauer undführte das arme Kind hinein und setzte es an den Hoch-zeitstisch, auf dem immerfort den ganzen Tag aufgetragenwurde. Amrei nicht viel und der Rodelbauer wolltesich den Spaß bereiten, das Kind trunken zu machen, eserwiederte aber keck:

Wenn ich noch mehr trinke, da muß man mich führen undda kann ich nicht mehr allein gehen und die Marann' sagt:Allein ist das beste Fuhrwerk, da ist immer eingespannt."

Alles staunte über- die Weisheit des Kindes.