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Barfüßele
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Nur in des Rodelbauern Haus wurde sie noch gerngeduldet, war ja der Rodelbauer ihr Vormund und dieRodelbäuerin, die sich immer ihrer angenommen hatte,und ihr versprach, daß sie sie einst zu sich nehme, wennsie erwachsener sei, konnte diesen Plan nicht ausführcu.Sie selber wurde von einem Andern angenommen; derTod nahm sie zu sich. Während sonst erst ini späterenLeben sich die Schwere des Daseins aufthut, wie da unddort ein Anhang abfällt und nur noch ein Gedenken daranverbleibt, erfuhr dies Amrei schon in der Jugendfrüheund heftiger als alle Angehörigen weinten die schwarzeMarann' und Amrei bei dem Begräbnis; der Rodelbäuerin.

Der Rodelbaner klagte immer fast nur, wie herb essei, daß er jetzt schon das Gut abgeben müsse, llnd nochwar keines seiner drei Kinder verheirathet. Aber kaumwar ein Jahr vorüber, der Dann arbeitete schon denzweiten Frühling im Steinbruche, als eine Doppelhochzeitim Dorfe gefeiert wurde, denn der Rodelbauer verheiratheteseine älteste Tochter und zugleich seinen einzigen Sohndem er am Tage der Hochzeit das Gut übergab; dawurde Amrei eben auf dieser Doppelhochzeit neu benamtund in ein anderes Leben übergcführt.

Auf dem Vorplatze des großen Tanzbodens waren dieKinder versammelt und während die Erwachsenen drinnentanzten und jauchzten, ahmten die Kinder hier das Gleichenach. Aber seltsam! mit Amrei wollte kein Knabe undkein Mädchen tanzen, und man wußte nicht, wer es zu-erst gesagt, aber man hatte es gehört, daß eine Stimmerief:Mit dir tanzt Keiner, du bist ja das Barfüßele"und:Barfüßele! Barfüßele! Barfüßelc!" schrie cs nunvon allen Seiten. Amrei stand das Weinen in den Augen,