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Genügen, daß ihr Gesangbuch dort sei, und eine besondereFreude hatte sie, wenn ein fremder Handwerksbursch, derim Ort arbeitete, das zurückgebliebene Gesangbuch desJohannes zu gleichem Zwecke entlehnte; es schien ihr alsob ihr Johannes bete in der heimathlichen Kirche, weilaus seinem Gesangbuche die Worte gesprochen und gesun-gen wurden, und Dami mußte nun jeden Sonntag zwei-mal mit dem Gesangbuche des Johannes in die Kirche.
Ging aber die schwarze Marann' nicht zur Kirche, sowar sie bei einer Feierlichkeit im Dorfe selbst und in denNachbardörfern immer zu sehen. Es gab nämlich keinLeichenbegängniß, bei dem die schwarze Marann' nichtleidtragend mitging und bei Predigt und Einsegnung, selbstam Grabe eines kleinen Kindes, weinte sie so heftig, alswäre sie die nächste Angehörige, aber dann war sie aufdem Heimwege immer wieder ganz besonders aufgeräumt;dieses Weinen schien ihr eine wahre Erleichterung zu sein.Sie schluckte das ganze Jahr so viel stille Trauer hinun-ter, daß sie dankbar dafür war, wenn sie wirklich weinenkonnte.
War es nun den Menschen zu verargen, daß siesie für eine unheimliche Erscheinung hielten und zumal dasie noch dazu ein Geheimniß gegen sie auf den Lippenhatten? Auch auf Auwei ging ein Theil dieser Gemieden-heit über, und in manchen Häusern, wo sie sich helfendoder mittheilend auf Besuch einstellte, ließ man sie nichtundeutlich merken, daß man ihre Anwesenheit nicht wünsche,zumal da sie schon jetzt eine Seltsamkeit zeigte, die Allen imDorfe wunderbar vorkam. Sie ging mit Ausnahme deshöchsten Winters barfuß und man sagte, sie müsse einGeheimmittel haben, daß sie nicht krank werde und sterbe.