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und Gestalt empfangend. Wer aber weiß, wie die Wol-kenbildnngen draußen in der Weite und im engen Hcr-zensraum zerfließen und sich wandeln?
Wenn der Frühling anbricht über der Erde, du kannstnicht fassen all das tausendfältige Keimen und Sprossen aufdem Grunde, all das Singen und Jubeln auf den Zweigenund in den Lüften. Eine einzige Lerche fasse fest mit Augeund Ohr, sie schwingt sich auf, eine Weile siehst du sie nochwie sie die Flügel schlägt, eine Weile unterscheidest du sie nochals dunkeln Punkt, dann aber ist sie verschwunden demAuge und auch dem Ohr. Du hörst nur noch ein Sin-gen und weißt nicht von wannen es kommt. Und könntestdu nur einer einzigen Lerche im freien Raume einenganzen Tag lauschen, du würdest hören, daß sie am Mor-gen, am Mittag und am Abend ganz anders singt; undkönntest du ihr nachspüren vom ersten zaghaften Früh-lingsjauchzen an, du würdest hören, wie ganz andere Tönesie im Frühling, in: Sommer und im Herbste in ihrenGesang mischt. Und schon überden ersten Stoppelfeldernsingt eine neue Lerchenbrut.
Und wenn der Frühling anbricht in einem Menschen-gemüthe, wenn die ganze Welt sich aufthut, vor ihm, inihm, du kannst die tausend Stimmen die es umfließen,das tausendfältige Knospen auf dem Grunde und wie esimmer weiter gedeiht nicht fassen und festhalten. Duweißt nur noch, daß es singt, daß es sproßt.
Und wie still lebt sich's dann wieder, wie eine festge-wurzelte Pflanze. Da ist der Wiesenzaun beim Holzbir-nenbaum, die Schlehen blühen früh auf und werden nurselten zeitig. Und welch eine schöne Blüthe hatte dieMehlbeere, wie kräftig duftete das und jetzt sind schon