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Barfüßele
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kann ich dir's nicht sagen, daß ich dir nichts thnn will?Bleib nnr da!" aber der Vogel war scheu und verstecktesich immer wieder. Und Amrei sagte schnell überlegt vorsich hin: „Es ist doch wieder gut, daß die Vögel scheusind, man könnte ja sonst die diebischen Sperlinge nichtvertreiben." Als am Mittag die Marann' kam, sagteAmrei: „Ich möcht nur wissen, was so ein Vogel denlieben langen Tag zu sagen hat, und er schwätzt sich garnicht aus."

Darauf erwiederte die Marann': „Schau, so einThierlcin kann nichts bei sich behalten und in sich hineinreden, im Menschen aber spricht sich immer Etwas inihm fort, das hört auch nie auf, aber es wird nicht laut;da sind Gedanken, die singen, weinen und reden, aberganz still, man hört's selber kaum; so ein Vogel aber,wenn er zu singen aufgehört hat, ist fertig und frißt oderschläft."

Als die schwarze Marann' mit ihrer Holztraget fort-ging, schaute ihr Amrei lächelnd nach: „die ist jetzt einstillsingender Vogel" dachte sie und Niemand als dieSonne sah wie das Kind noch lange vor sich hinlächelte.

Tag auf Tag lebte Amrei so dahin, Stundenlangkonnte sic träumerisch zusehen, wie der Schatten vom Ge-zweige des Holzbirnenbaums sich von dem Winde auf derErde bewegte, daß die dunkeln Punkte wie Ameisen durch-einanderkrochen, dann starrte sie wieder auf eine festste-hende Wolkenbank, die am Himmel glänzte, oder auf ja-gende flüchtige Wolken, die einander fortschoben. Und wiedraußen im weiten Raume, so standen und jagten, stie-gen und zerflossen auch in der Seele des Kindes allerleiWolkenbilder, unfaßlich und nur vom Augenblick Dasein