In der That bildete sich auch ein einsiedlerischesTräumen in Amrei aus, seltsam durchzogen von allerleiHeller Lebensberechnnng. Wie sie bei allem Träumen undBetrachten emsig forstrickte und keine Masche fallen ließ,und wie hier an der Hecke beim Holzbirnenbaum der be-täubende Nachtschatten und die erfrischende Erdbeere sonahe beieinanderwachsen, daß sie fast aus derselben Wur-zel zu sprossen scheinen, so war klares Ausschaucn undträumerisches Hindämmern im Herzen des Kindes nahebei einander.
Der Holderwascn war kein einsam abgelegener Platz,den die stille Märchenwelt, draus es glimmt und glitzert,gerne heimsucht. Mitten durch den Holderwasen führteein Feldweg nach Endringen und nicht weit davon standendie verschiedenfarbigen Grenzpfähle mit den Wappenschildernzweier Herren, deren Länder hier an einander stießen.Mit Ackerfuhrwerk allerlei Art zogen hier die Bauernvorüber und Männer, Frauen und Mädchen gingen hinund her mit Hacke, Sense und Sichel. Die Landjägerder beiden Länder kamen auch oft vorüber und der Flinten-lauf glitzerte von fernher und noch weit nach. Ja Amreiwurde fast immer vom Endringer Landjäger begrüßt, wennsie am Wege saß, und sie sollte manchmal Auskunftgeben ob nicht Dieser und Jener hier vorbeigekommen sei;aber sie wußte nie einen Bescheid, vielleicht auch verhehltesie ihn aus jener innern Abneigung des Volkes und be-sonders der Dorfkinder, die die Landjäger für allzeitgewaffnete Feinde der Menschheit halten, die da umgehenund suchen wen sie verschlingen.
Der Theisles-Manz, der hier am Wege die Steineklopfte, redete fast kein Wort mit Amrei; erging verdrossenAuerbach, Barfüßelc. 4