Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
421
Einzelbild herunterladen
 

42 »

iieralpachter oder Generaleinnehmer, und Hofbankiers;alles gemeiniglich Leute von gemeiner Herkunft, abervielem Reichthums, und oft großem Stolze. Da siezu stolz sind, Frauenzimmer ihres Standes zu heyra-then, und von den vornehmem Damen verschmäht wer-den: so entschließen sie sich oft, ehelos zu bleiben. Undda sie weder selbst eine Familie zu versorgen haben, nochsich der Familien ihrer Verwandten, die sie nicht ein«mal anzuerkennen geneigt sind, sehr annehmen: so geheihr Wunsch bloß dahin, so lange sie leben, einen glän-zenden Aufwand machen zu können; und es ist ihnengar nicht zuwider, wenn ihre Reichthümer mit ihremTode verschwinden. Ueberhaupt ist die Anzahl reicherLeute, die entweder vomHeyrathen abgeneigt sind, oderfür die ihr Stand es entweder unschicklich, oder unbe-quem macht, sich zu vcrheyrathen, in Frankreich weitgrößer, als in England. Für Leute dieser Art, diesich wenig um ihre Nachkommenschaft bekümmern,kann nichts willkommener seyn, als eine Gelegenheit,ihr Kapital in ein Einkommen zu verwandeln, das ge-rade nur so lange dauert, als sie es nöthig haben.

Da in den meisten europäischen Staaten, die ge-wöhnlichen Ausgaben in Friedenszeiten, die gewöhnli-chen Einkünfte völlig erschöpfen: so sind, wenn einKrieg einfällt, die Regierungen weder im Stande, nochgeneigt, ihre Einkünfte um so viel mehr zu vermehren,als sich ihre Ausgaben vergrößern. Sie sind dazu nichtgeneigt, weil sie durch einen so schnellen und so großenZuwachs der dem Volke ausgelegten Steuern, Unwil-len bey ihm zu erregen, und ihm den Krieg allzu ver-haßt zu machen befürchten. Sie sind nicht dazu im

Dd Z Stans