399
Völkern, denen Handel und Manufakturen wenig be-kannt sind, der Landesherr in einer Lage ist, die ihnnatürlicher Weise zur Sparsamkeit geneigt macht; undSparsamkeit ist die Mutter des GeidsammelnS. Indiesem Zustande der Dinge kann selbst die Hofhaltungeines Fürsten nicht diejenige Pracht und Eleganz haben,welche viel Aufwand erfordert. Die Uuwissnhett derZeilen und die Unvollkommenheit der Künste macht,daß viele der Gegenstände, weiche jene Pracht und Ele-ganz ausmachen selten, noch gar nicht b konnt und vor-handen sind. S ehe de Armeen sind zu einer solchenZeit auch noch nicht nothwendig. Der Landesherr kannalso alsdann seine Einkünfte durch keinen andern Auf-wand verthun, als wodurch der Landedelmann die semi-gen verthut, durch Gasts eyheit gegen die Menschen,welche um seine Person sind, und durch Freygebigkeit ge-gen die, welche auf seinem Grund und Boden wohnen.Nun verleiten aber Gasifreyheit und Freygebigkeit denMenschen selten zur Verschwendung: Eitelkeit hingegenverleitet ihn sehr oft dazu. Die Folge hiervon war,daß, wie ich schon bemerkt habe, in alten Zeiten fastjeder europäische Fürst einen Schatz besaß. Noch itzt,sagt man, hat jedes tartarische Oberhaupt den seinigen.
In einem handelnden Staate, der mit jeder Arttheurer Luxuöwaaren angefüllt ist, wird der Landesherreben sowohl, als die großen Gutsbesitzer seines Landes,gereizt, einen beträchtlichen Theil seiner Einkünfte aufden Ankauf dieser Lupuswaaren anzuwenden. Sein ei-genes Land und die benachbarten Lander versorgen ihnreichlich mit allem dem theuern Spielzeuge, durch wel-ches sein Hof den so unbedeutenden Vorzug erhält, glän-
zend