Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
216
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Haltung der Geistlichkeit kostet, getraue ich 'mir nichtzu bestimmen. Nach einer ziemlich genauen Rechnung,betrug im Jahr 1755 in Schottland das ganze Ein-kommen der Geistlichkeit, wenn man die Rente derLändereyen, und die Micthzinse der Wohnhäuser dieihr gehören, nach einer mäßigen Schätzung, mit rechne-te, nicht mehr als 68,5 14 Pfund St. i S still, fünfund einen halben Pfennig. Dieses sehr mäßige Ein-kommen verschafft 944 Predigern einen anstmidigen Un-terhalt. Der sämmtliche Aufwand, den die schotti-sche Kirche kostet, das mit gerechnet, was zum Baueund zu Ausbesserungen der Kirchen - und Prediger Woh-nungen nöthig ist, kann nicht viel höher als achtzig oderfünf und achtzig tausend Pfund St. gerechnet werden.Und doch ist die reichste Kirche irr der Christenheit nichtim Stands, die Einigkeit des Glaubens, die Inbrunstder Andacht, den Geist der Ordnung, Regelmäßigkeitund strengen Sittlichkeit besser unter dem gemeinenWolke aufrecht zu erhalten, als dieß bey der so armse-lig ausgesteuerten schottischen Kirche der Fall ist. Al-le gute Wirkungen, welche von einer herrschenden Na-lionalkirchc erwartet werden können, werden von derschottischen so vollständig, als von irgend einer hervor-gebracht. Der größte Theil der protestantischen Kir-chen in der Schweiz, ist im Ganzen nicht besser ausge-steuert, als die schottische; und sie leisten dem Staateihre Dienste vielleicht noch in einen: höhen, Grade vonVollkommenheit. In denreistenSchweizer - EantonSgiebt es auch nicht einen einzelnen Menschen, der sichnicht zur herrschenden Kirche bekennete. In der Thatwürden ihn auch, sobald er sich zu einer andern beken-nete, die Gesetze nöthigen, den Eanton zu verlassen.

Ein