Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
208
Einzelbild herunterladen
 

208

wältigen Streit, nicht nur in einem solchen Kirchspiele,sonder» auch in den benachbarten, die selten ermangelten,daran Theil zu nehmen, sag das Kirchspiel l!> einergroßen Stadt: so theilte eine solche zwiespältige Wahlalle Einwohner derselben in zwey Parteyen. Und machtediese Stadt einen eigenen kleinen Freystaat aus, oderwar sie daö Haupt eines solchen, wie dieses bey meh-reren ansehnlichen Städten Hollands und der Schweizder Hall war: so drohte jeder solche elende Zwist,außerdem, daß er gemeiniglich alle schon im Staate vor-handenen Parteyen von neuem gegen einander erbitterte,eine neue Spaltung in der Kirche, nnd eine neue Faccionim Staate zurückzulassen. In diesen kleinen Freystaa-ten fand es daher die Obrigkeit gar bald, zur Erhaltungder öffentlichen Ruhe nothwendig, die Vergebung dereröffneten Kirchenpfründen sich selbst zuzueignen. InSchottland, dem größten der Länder, in welchem diepreSbyterianische Kirchenversassung eingeführt worden ist,wurden in der That zu Anfange der Regierung Wil-helms des dritten, durch dieselbe Acte, welche die Pres-byterien oder die Collsgim der Kirchenältesten errichtete, diePatronatsrechce abgeschafft. Diese Acte stellte es wenig-stens gewissen Volköklassen frey, sich das Recht, ihre Pre-diger zu wählen, für ein sehr geringes Geld zu erkaufen.Nach vier und zwanzig Jahren, so lange diese Verfas-sung dauerte, wurde ste im zehnten Regierungsjahre derKönigin Anna, durch daö zwölfte Statut, um derUnordnungen willen abgeschafft, welche durch sie fastallenthalben waren veranlasset wo'.dcu. Und doch konnte,in einem so großen Lande als Schottland, ein Aufruhrin einem entfernten Kirchspiele nicht so leicht den ganzenStaat und die Negievung beunruhigen, als in einem

kleinen.