und Ansehen verschaffen kann. Sie erhält vielleicht bigAufmerksamkeit, oft auch die Achtung und selbst di«Verehrung derer, die über ihr sind; aber bey der zahl«,reichen Klasse der Niedern ist sie oft unvermögend, ihrebilligen und gemäßigten Grundsätze gegen den ersten be-sten noch so unwissenden Schwärmer zu vertheidigen, wel-chem es einfällt, sie anzugreifen.
Die Nachfolger des Zwingst hingegen, oder viel-mehr die des Calvins, gaben den Hausvarem jedesKirchspiels das Recht, bey Erledigung einer Stelle, ih-ren Prediger selbst zu wählen. Sie führten zugleich dievollkommenste Gleichheit unter ihrer Geistlichkeit ein. —Die erste von diesen Anordnungen scheint allenthalben,wo sie in Ausübung geblieben ist, nichts als Unordnungund Verwirrung hervorgebracht, und sowohl die Sittender Geistlichkeit, als die Sitten ihrer Kirchkinder ver-dorben zu haben; die andere hingegen hat überall keineandere als gute und angenehme Folgen gehabt.
Allenthalben, wo das Volk das Recht behielt, sei-nen Seelsorger selbst zu wählen, handelte es dabey fastimmer unter dem Einflüsse der Geistlichkeit, und zwargemeiniglich der streitsüchtigsten und am meisten fanati-schen Geistlichkeit. Von den Geistlichen selbst wurdenviele, um ihren Einfluß über das Volk zu verstärken,Schwärmer, oder stellten sich es zu seyn; gaben derSchwärmerey unter dem Volke Vorschub, und suchtenimmer demjenigen Candidaten den Vorzug zu verschaffen,der am meisten von diesem Geiste angesteckt war. Soeine geringe Sache, als die Ernennung eines bloßenPfarrers in einem Kirchspiele, erregte immer einen ge-
wältigen