Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
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In dem Dienste und dem Gefolge manches Prälatenwaren eben so viel Leute, als in dem Dienße und Ge-folge der größten Barone; und in dem Dienste der ge-summten Geistlichkeit waren gewiß mehr Leute, als indem Dienste des sämmtlichen Adels. Ueberdießwar unter der Geistlichkeit immer mehr Einigkeit, alsunter den weltlichen Herren. Die ersten standen unterder Oberherrschaft des PabsteS, und waren gemeinschaft-lichen Gesehen unterworfen; die lehtern standen unterniemandem, und waren gemeiniglich einer auf des an-dern Macht so eifersüchtig, als sie es alle auf die Machtdes KönigS waren. Wenn also auch die Geistlichkeitweniger Vasallen und Dienstleute als der weltliche Adelgehabt hätte: (und der Vasallen hotte sie wahrscheinlichweniger) so würde sie doch durch ihre Einigkeit fürchter-licher als dieser geworden seyn. Auch vermehrte dieGastfteyheit und Mildthätigkeit der Geistlichkeit nicht nurihre weltliche Macht, sondern auch das Gewicht ibrergeistlichen Waffen. Diese beyden Tugenden erwarbenihr die größte Verehrung bey den niedrigern Volksklas-sen, unter weichen viele Leute waren, die immer,'wenige die nicht zuweilen von der Geistlichkeit gespei-set wurden. In den Augen dieses gemeinen Volks be-kam alles, was einem von ihm so geliebten Staude an-gehörte, oder mit ihm in Verbindung stand die Be-sitzungen, Privilegien und Glaubenslehren desselben,einem Schein von Heiligkeit: und jeder, der eines vondiesen Stücken wirklich antastete, oder der nur dessen be-schuldiget wurde, erregte als ein Kirchenräuber und Gott-loser seinen Abscheu und Haß. Bey diesem Zustandeder Dinge dürfen wir uns nicht wundern, daß wenn die Landeöherrn in den europäischen Reichen zuweilen

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