Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
180
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Duldung und Mäßigung hervorgebracht haben. Er istin der That in Pensylvauien befolgt worden ; und ob-gleich die Quacker daselbst die zahlreichsten sind, so wirddoch im Grunde keine Reliqionspartey vor der an; erndurch die Gesetze begünstiget; und auch hier soll er >enephilosophische Gutmüthigkeit und Mäßigung bewirkthaben.

Aber wenn auch diese ganz gleiche und ««'parteyi-sche Behandlung aller Secten, in den Gemächern ihrerAnhänger Gutmüthigkeit und Mäßigung gegen einandernicht zur Folge haben sollte: so würde doch, wenn derSecren nur recht viele in einem Lande, und jede also nurzu klein wäre, um die öffentliche Ruhe stören zu können,auch der blinde und übertriebene Eifer einer jeden für dieihr eigenen Glaubenssätze, keine sonderlich schädlichen,sondern vielmehr einige gute Wirkungen hervorbringen.Und wenn der Staat nur unwiderruflich entschlossen wä-re, theils jede Secte sich selbst, ohne alle Einschränkungzu überlassen, theils jede zu nöthigen, daß sie die übri-gen ungestört ließe: so ist sicher zu glauben, daß sie sichin kurzem von selbst in mehrere Zweige theilen, und alsobald zahlreich genug werden würden.

In jedem gebildeten Staate, in jeder bürgerlichenGesellschaft, worin der Unterschied der Stände einmahlfesten Sitz gewonnen hat, sind immer zu einer und der-selben Zeit zwey verschiedene Moralsysteme in Umlaufegewesen, wovon man das eine das strenge, das anderedas nachgiebige nennen kann. Das erste ist gemeini-glich von dem gemeinen Manne, das andere von denVornehmen geschätzt und angenommen worden. DerUnterschied unter beyden Systemen scheint in der großem

oder