Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
157
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vom Stande, der natürliche Fähigkeit und Lust zu ler-nen hat, die ganze Bahn des Unterrichts, die ihmsein Zeitalter eröffnet, durchlaufen haben, und doch mjeder Sache vollkommen unwissend seyn könnte, die tcugewöhnlichen Gegenstand der Unterhaltung unter Welt-leuten, und in der gebildeten Klaffe überhaupt ausmacht.

Es giebt keine öffentlichen Erziehungsanstalten fürFrauenzimmer: und eben deßwegen ist in ihrer Erzie-hung und der Laufbahn ihrer Studien nichts st) durchausungereimtes und unnützes, als sich bey der männlichenErziehung sinket. Sie lernen, was ihre Eltern oderVormünder für gut befinden sie lehren zu lassen, undsonst nichts. Jeder Tneil ihrer Erziehung zielt auf irgendeinen nützlichen Endzweck ab: entweder ihre körperlichenReihe zu erhöhen, oder ihren Geist zur Sittsamreit,zur Sanftmuth, zur Keuschheit und zu den Geschäftender Haushaltung auszubilden; zu machen, daßsie wahrscheinlichere Aussichten bekommen, Hausmüt-ter zu werden, und wenn sie es geworden sind, wahr-fchemlichcre Hoffnungen geben, ihren Platz gut auszu-füllen. In jedem Theile und Zeitpunkte seines Lebensempfindet das Frauenzimmer von jedem Theile seiner Er-ziehung irgend eine vorcheilhafte oder angenehme Wir-kung. Bey dem Manne geschieht es häufig, daß ervon demjenigen Theile seiner Erziehung, welcher ihm diesauerste Arbeit und die meiste Anstrengung gekostet hat,auch nicht die allermindesten Früchte einerntet; daß ergar nicht einmahl veranlasset wird, daran wieder zudenken.

Soll denn also, wird man fragen, der Staat sichum die Erziehung seiner Bürger gar nicht bekümmern?

Oder