irgend einer der Ursachen zuzuschreiben, welche dieseSchrffisteller dafür angeben. Die Römer, heißt es,zeichneten sich vorzüglich durch die Ehrfurcht aus, die siefür Eide harren. Nun werden aber Menschen, die ihreEide vor einem, aus angesehenen Männern bestehenden,und mit Einsicht und Würde handelnden Gerichtshöfe ab-zulegen haben, dieselben mehr in Ehre halten, als dieje-nigen, welche vor einer unordentlichen und geräuschvollenVersammlung, die zum Theil, aus Pöbel besteht, zuschwören gewohnt sind.
Daß die Geschicklichkeiten der Römer und Griechenin Kriegs - und bürgerlichen Geschäften, denen die wir beyirgend einer der neuen Nationen finden, wenigstens gleichgewesen find, wird man leicht zugeben. Unser Vorur-theil ist nur zu geneigt, die erster» allzu hoch anzuschlißgen. Und doch scheint, wenn man die militärischen Uebun-gen ausnimmt, der Staat sich wenig darum beküm-mert zu haben, seinen Bürgern diese großen Geschick-lichkeiten zu verschaffen. Denn daß die Musik bey denGriechen so gar viel zur Bildung des ganzen Menschensolle beygetragen haben — davon kann ich mich nichtüberzeugen. Indeß fehlte es unter diesen Nationen, denLeuten bessern Standes, nie an Lehrern in irgend-einerder Künste oder Wissenschaften, die nach den Umstän-den, in welchen sich die Gesellschaft befand, für noth-wendig oder für schicklich gehalten wurden. Die Nach-frage nach einem solchen Unterrichte brachte auch dasTalent hervor, ihn zu geben. Und die Nacheiftnmgunter den Lehrern, die immer eine Folge der ganzfreyen Concurrenz ist, scheint dieses Talent zu einemh-hen Grade von Vollkommenheit gebracht zu haben.
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