Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
151
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den Modestudien zu treiben. Aber auch diese Schulenwurden nicht vom Publicum unterhalten. Sie wurdenanfangs bloß von ihm geduldet. Die Nachfrage nachPhilosophie und Redekunst war anfangs so geringe, daßdie ersten Lehrer, welche Profession davon machten, ineiner von beyden Unterricht zugeben, in keiner Stadtimmerwährende Beschäftigung für sich fanden, sondernvon einem Orte zum andern reisen mußten. Auf dieseWeise lebten Zeno von Elca, Hippias, GorgiaS, Pro-tagoraS und viele andere. Da die Nachfrage zunahm,erhielten sowohl die philosophischen als Rednerschulen festeSitze zuerst in Athen; in der Folge auch in mehrern an-dern Städten. Der Staat indeß scheint auch für siewenig gethan zuhaben; außer daß er zuweilen Plätzefür sie anwieß, welche sie doch hin und wieder, auchdurch Schenkungen von Privatleuten erhielten. Soscheint der atheniensische Staat dem Plato die Gärten derAkademie, dem Aristoteles das Lycaum, dem Zeno vonCyzicum, dem Stifter der stoischen Secce den Säulen-gang der ?oeciIe hieß, angewiesen zu haben. DieGärten des Epikurö aber waren sein Eigenthum, under vermachte sie zu den Lehranstalten seiner Secre. Biszu den Zeiten des Kaisers Mark Aurels scheint kein Leh-rer einen Gehalt vom Staate bekommen, oder irgendein anderes Einkommen von seiner Beschäftigung gezogenHu haben, als welches ihm die Honoremen seiner Zuhö-rer verschafften. Die Besoldungen , welche dieser philo-sophische Kaiser, wie wir aus dem Lucian lernen, eini-gen Lehrern der Weltweisheit aussetzte, wurden wahr-scheinlich nicht länger ausgezahlt, als er lebte. Es gabdamahls nichts, was den jetzigen Privilegien graduirtecPersonen ähnlich ist; und es war nicht nothwendig, auf

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