-47
von sich entfernt, seinen Sohn vor seinen Augen müßiggehen, von stiuen Lehrern vernachlässiget, und aus demWege zu seinem Verderben fortschreiten zu sehen.
Dieß sind die Wirkungen mancher neuern öffenk-lichen Erz'.ehuugöanstalten gewesen.
In andern Zeitaltern, bey andern Nationen, sindandere Pläne zur Erziehung beliebt worden, und andereAnstalten haben starr gefunden.
In den Frevstaaten des alten GrlechenlandeS wurdejeder freye Bürger, unter der Aufsicht der bürgerlichenObrigkeit, in gymnastischen Uebungen und in der Musikunterrichtet. Durch die gymnastischen Uebungen wolltem,an seinen Körper abhärten, .seinen Muth stählen, undihn aus die Beschwerden und Gefahren des Kruges vor»bereiten. Und da nach allen Nachrichten, die griechi-sche Miliz eine der besten in der Welt war: so muß die-ser Theil ihrer öffentlichen Erziehung den Endzweck wirk-lich erreicht haben, welchen ste sich dabey vorgesetzt hat-ten. Durch den andern Theil der Erziehung, — durchdie Musik, — wurden, wenigstens nach den Berich-ten, die uns Geschichtschreiber und Philosophen von die-sen Unterrichtsanstalten geben, die Leidenschaften besanf-ritzet, das Temperament gezähmct, das Herz zu wen-schensreunoliche» Empfindungen gesiimmet, und derCharakter zur Ausübung aller sittlichen und gesellschaft-lichen Pflichten, sowohl im öffentlichen als im Privat-leben gebildet.
In Rom hakten die Uebungen bss Marsseides ebenden Endzweck, den die gymnastischen Uebungen in Grie-chenland hatten; und sie scheinen auch ihren Endzweck eben
K 2 ss