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zehnten Jahre außer Landes geht, und im ein und zwan-zigsten wiederkömmt, ist während der Zeit drey odervier Jahre älter geworden; und in diesem Alter ist esschwer, vier Jahre zuzubringen, ohne sich auf irgend eineArt auszubilden und Fortschritte zu machen. Der Jüng-ling lernt auch auf diesen Reisen eine oder zwey auslän-dische Sprachen, obgleich selten so vollkommen, daß erim Stande wäre, sie zu schreiben und zu sprechen. Inandern Rücksichten aber kömmt er gemeiniglich mit mehrfalschen Einbildungen von sich selbst, mit unmoralischenGrundsätzen, mit einem größern Hange zu Zerstreuungund Ausschweifungen, und mit einer geringern Fähig-keit zu einer ernsthaften Betreibung von Wissenschaftenoder Geschäften zurück, als er am Ende einer so kurzenZeit gehabt haben würde, wenn er sie zu Hause zugebrachthatte. Durch das Reisen in einem noch so unreifen Al-ter, durch die Verschwendung der kostbarsten Jahreseines Lebens in zeitverderbenden Lustbarkeiten, entferntvon der Aussicht seiner Eltern und Verwandten, undbefreyk von allen den Schranken, welche diese ihm hättensetzen können, muß der Jüngling nothwendig alle dienützlichen Anlagen und Gewohnheiten, welche ihm diefrühern Theile seiner Erziehung beyzubringen gesuchthaben, anstatt sie auszubilden und zu befestigen, viel-mehr schwachen und nach und nach verlieren. Nichtsals der gänzliche Mangel des Vertrauens und der Ach-tung, welchen sich die Universitäten durch ihre Schuldzugezogen haben, hat einem so ungereimte» Erziehungs-plane, als der ist, so ganz junge Leute reisen zu lassen,Beyfall verschaffen können. Ein Vater, der einenSohn auf Reisen schickt, hat wenigstens den Vortheildavon , daß er eine Zeitlang den unangenehmen Anblick
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