Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
131
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dieselben erträglich werden. Indeß giebt es allerleyAuswege und Kunstgriffe, durch welche jene Unannehm-lichkeiten vermindert, und die darin liegenden Antriebezum Fleiße geschwächt werden können. Der Lehrerkaun, z. B. anstatt einen eigenen Vertrag über dieWissenschaft, die er dem Zuhörer beybringen soll, zuharten, ein darüber geschriebenes Buch vorlesen, undwenn es in einer alten oder fremden Sprache geschriebenist, es in die Muttersprache übersehen. Oder er kannauf die noch bequemere Methode fallen, das Buch vonseinen Zuhörern übersehen zu lassen, und nur einige ge-legentliche Anmerkungen und Verbesserungen hinzufü-gen, welche er dann, sehr selbstgefällig, mit demNamen von Vorlesungen belegt. Es gehört ein äu-ßerst geringer Grad von Kenntnissen und Fleiß dazu,auf diese Weife Lchrstunden Zu halten, ohne sich dochgeradezu der Verachtung oder dem Gelächter seinerSchüler auszusehen, und ohne etwas durchaus unge-reimtes und abgeschmacktes sagen zu dürfen. Die in'dem Collegium eingeführte Schulzucht kann üb erbtestalle Zöglinge dieses Lehrers, sowohl zu der fleißigstenBesuchung feiner bloß Schande halber gehaltenen Vor-lesungen , als zu dem anständigsten und ehrerbiethigstenBetragen während derselben nöthigen.

Ueberhaupt ist die Schulzucht oder die Polizey,die in solchen Lehranstalten und Cvllegien eingeführt ist,weit weniger für das Beste der Lernenden, als für denVortheil, oder vielmehr für die Bequemlichkeit der Leh-renden eingerichtet. Sie zielt immer dahin ab, dasAnsehen des Lehrers, er mag feine Pflichten erfüllenoder vernachlässigen, doch aufrecht zu erhalten, und

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