Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
22
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gen völlig zu der Disciplin einer stehenden Armee gebil-der worden styn. Die Römer hingegen, hatten zwarin diesem Zeitraume nicht ganz im Frieden gelebt; aberste hatten doch keinen sehr wichtigen Krieg zu führen ge-habe, und ihre Disciplin war, wie durchgängig behaup-tet wird, in ziemlichem Grade erschlafft. Die römischenHeere, auf die Hannibal am Flusse Trebia, bey demTrasymemschen See und bey Canna stieß, und die erüberwand, waren Landmilizen, die einer stehenden Ar-mee entgegen gingen. Dieser Umstand trug wahrschein-lich mehr, als irgend ein andrer bey, den AuSgang die-ser Schlachten zu entscheiden.

Die stehende Armee, welche Hannibal in Spanienzurückließ, hatte die gleiche Überlegenheit über dieLandmiliz, welche die Römer gegen sie sandten, undtrieb sie, unter der Anführung seines Bruders, desjüngern A-drubals, nach wenigen Jahren aus diesemLande. Hannibal wurde von Hause aus schlecht unter-stützt. Die römische Miliz, die ununterbrochen im Feldewar, wurde in dem Fortgangs des Krieges eine wehtdiöciplinirte und wohl geübte Armee, und die Ueberle-genheit Hanmbals über sie wurde alle Tage geringer.Asdrubal hielt es für nothwendig, die ganze stehendeArmee, die er in Spanien commandirke, oder den größ-ten Theil derselben, nach Italien zu führen, um stinemBruder zu Hülfe zu kommen. Auf einem seiner Marschewurde er, wie die Geschichtschreiber sagen, von seinenWegweisern irre geführr; und in einem Lande, welcheser nicht kannte, von einer, in jeder Rücksicht der seini-gen gleichen oder überlegenen Armee überfallen, angegrif-fen und gänzlich geschlagen

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