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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
179
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Keines Brief vom 3. Okt. 1854. 179

Freunde sind, mit sehr inniger Theilnahme, lobte Sie sehr,was um so rühmlicher für sie ist, da ihr dieses Lob gewißsehr sauer ankam. Sie ist sehr befreundet mit Pückler, auchmit dem Musik-Enthusiasten Gathy, der jetzt in Kamburglebt. Ich habe vor einigen Wochen ausziehen müssen undwohne jetzt: uux IZAtiAnolles, 51 granäe rue, außerhalb derBarrieren von Paris; meine Wohnung aber ist kalt undfeucht, und wenn ich nicht noch schlimmer erkranken will, mußich in einigen Wochen wieder ausziehen. Diese äußeren Tri-bulazionen haben mir noch gefehlt, und Sie haben keinenBegriff davon, wie viel ich durch Mathildens Unfähigkeithäuslicher Einrichtung und Geschäftsführung mir Verdrieß-lichkeiten und ungeheure Geldkosten zugezogen. In dieserNoth nun schreibe ich Ihnen heute. Es versteht sich vonselbst, daß sie Campen von meinem Begehr nichts sagen.Vergessen Sie nicht, Kamburg im Auge zu behalten undsowohl durch Campe als selbst dahin zu wirken, daß andiesem Orte, wo meine bedenklichsten Familien-Verhältnisse undInteressen gefährdet werden können, nichts bösartiges geschieht.

And nun leben Sie wohl und bleiben Sie mit Liebe undT-°u- zuz-thuu ^ Freunde

Keinrich Keine.

Nicht anderthalb Jahre hatte Keine diesen letzten Briefüberlebt, als er am 17. Februar 1856 für immer die Augenschloß. Die Gesamtausgabe der Werke hätte Detmold auch,wenn er noch damit betraut gewesen wäre, nicht mehr be-sorgen können. Gerade einen Monat später, am 17. März,folgte er dem Freunde nach. So wie wir ihn kennen lernten,ist er in Keines Amgebung eine wohltuende Erscheinung; manfreut sich, daß in einem durch eigene und fremde Schuld soviel getrübten Leben eine Verbindung, auf persönlichen undliterarischen Neigungen beruhend, anregend, durchaus zumVorteile des Dichters, dreißig Jahre dauern konnte. Möchte dasauch den Briefen, die davon Zeugnis geben, zugute kommen!

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