Das Ende des Erbschaftsstreites, s /Z
In welcher Art Seine den Artikel Detmolds benutzte,kann man aus seinem Brief an Campe vom 4. (?) Februar1845 (Werke, herausg. v. Strodtmann, XXII, 45) ersehen.Bekanntlich suchte er auch andere Schriftsteller für die öffent-liche Verteidigung seiner Sache zu gewinnen. Levin Schücking,der einflußreiche Mitarbeiter der „Kölnischen Zeitung", hattenicht zum wenigsten diesem Wunsche die zahlreichen Besuchezu danken, die er während seines Aufenthaltes in Paris imFrühjahr 1846 von dem Dichter empfingt). Ob diese Artder Kriegführung Seines Absichten gefördert habe, ist schwerzu entscheiden. Jedenfalls wäre der Preis zu hoch gewesen,denn zwei ganze Jahre, 1845 und 1846, sind mit den wider-wärtigsten Streitigkeiten erfüllt. Endlich, am 25. Februar1847, als Karl Seine sich in Paris aufhielt, erfolgte dieVersöhnung. Der reiche Vetter verpflichtete sich, die Pensionin der frühern Weise fortzuzahlen und zur Sälfte auf SeinesWitwe zu übertragen. Er hat denn auch über seine Ver-pflichtungen hinaus für die Bedürfnisse des Kranken undspäter für die Witwe Sorge getragen. Aber all seineMillionen hätten dem Dichter die durch den unseligen Streitunheilbar zerrüttete Gesundheit nicht wiedergeben können.Todesgedanken verließen ihn nicht mehr. Nach der Rück-kehr von einer erfolglosen Badekur in den Pyrenäen schrieber am 27. September 1846 in Paris eigenhändig sein Testa-ment. In schönen, rührenden Worten sehte er seine Frauzur Erbin ein; mit der Serausgabe seiner Werke beauftragteer in den Zeilen, welche wir zu Anfange dieses Aufsatzesmitteilten, Detmold und Laube, letzteren mit dem Zusätze,daß er die Ausgabe mit einem kurzen Lebensabriß begleitenmöge. In einem spätern Testamentsentwurfe vom 16. Juni1848 heißt es dagegen, daß in einem besondern Kodizill dieSerausgeber der Werke erst ernannt werden sollten; auch in
*) Schöllings „Lebenserinnerungen" in Westermanns Monats-heften, Mai 1883, S. 192.