Äeines Briese vom 13. und 23. Jan. 1845. (gg
— mein Freund, denken Sie und handeln Sie für mich— auch sehe ich nicht mehr, was ich schreibe.
H. Heine
(46 ?audc>urZ Poi8sonn!eie.)
XXII.
Paris den 23. Januar 1845.
Mein theurer alter Freund in der Noth! Ja, das sindSie, gleich bey der Hand, in meiner unseligen Bedrängniß.So eben erhalte ich Ihren Brief; gestern schon las ich inder Köllner Zeitung den Hamburger Artikel. Trotz meinesElends lachte ich laut auf über den Kirchthurmbau. Dieganze Swiftische Trockenheit, die faktische Dürre in der Er-findung. Welch ein gefährlicher Mensch sind Sie! Aberdas giebt mir neuen Much — mit solchen Bundesgenossentrotze ich meinen Feinden. Der Angriff auf Halle ist un-bezahlbar. Auf diese Terreur fußend werde ich ihm dieseTage schreiben und ihn zur schleunigsten Vermittlung auf-fordern. Aber noch einige solcher Artikel, und er thut Alles.Ich darf keine Zeit verlieren; warte ich noch sechs Wochen,so haben meine Gegner ihre Fassung gewonnen, die sie durchdie Derbheit der Angriffe verlieren müssen. Deßhalb Habich hier den plumpsten Gesellen erlaubt, los zu feuern. Ichweiß, man wird später gegen mich Canonen aufführen, aberich bin kugelfest, während die Andern nicht einmal Schrotvertragen können. — So eben habe ich auch an Carl ge-schrieben, versöhnlich, zeigte ihm auch an, daß ich für die8Ol)l1 Mark Lco. auf ihn trassire. — Er wird mich vielleichtselbst bey dieser Lumperey schikaniren. Anter den Testaments-exekutoren ist nemlich jener imfame Doktor R ..., der schonvor 3 Iahren die infamsten Niederträchtigkeiten gegen michgeschmiedet, bey Gelegenheit der Straußischen Geschichte.
Wäre das ältere Testament, das mein Oheim vor2^/z Iahren inachte, als wir nicht brillant mit einanderstanden, zum Vorschein gekommen, so hätte jichj mich nicht