Keines Briefe vom 29. Juli und 17. Sept. 1837. 145
zweiten vorgestern. Ich bin in LouIoZne nur dreh Tagegeblieben, weil meine Dame dort sich sehr mißfiel. In Pavreblieb ich 4 Wochen und wäre vielleicht noch dort, wenn ichnicht plötzlich ein Augenübel bekommen, woran ich zu er-blinden fürchtete. Ich konnte nicht mehr sehen noch schreiben;doch der Or. Zickel hier hat mich so weit hergestellt, daßich Beides, Schreiben aber nur mit saurer Mühe, wiedervermöge. Indem ich Ihnen schreibe, sehe ich kaum meineBuchstaben. — Mathilde hat sich aus der Reise gut auf-geführt, nur in Paris ist sie schwer zu ertragen. — Dank,herzlichen Dank für alle die Freundessorge, die sich so liebevollin Ihrem Briefe ausspricht. Sie sind aber auch der Einzige,dem ich vertraue. — Daß Cotta Sie so schlecht bezahlt hat,ist empörend; 4 Carolin pflegt das gewöhnliche Ponorar fürdas Morgenblatt zu sehn. Ich werde ihm schreiben, daßich Ihnen wenigstens 4 Carolin garantirt habe. AnserenPlan, eine Compilazion deutscher guter Schriftsteller zu ver-anstalten, habe ich nicht fahren gelassen und heute habe ichdarüber wieder mit Peideloff hie selbst gesprochen, der auf dasUnternehmen begierig eingeht und der ohne Zweifel meineBedingungen eingehen wird — die er von mir bestimmt zu wissenverlangt. Er wünscht, eine Ausgabe in zwey großen Bändenzu machen, nach dem Maßstabe des Cottaschen Schiller's in2 Bänden, den Sie kennen, und er rechnet auf 80 Druck-bogen jenes großen Formats; er würde sich vielleicht auchauf 100, wenigstens auf 90 Druckbogen verstehen. Dannverlangt er — was aber für mich das Bedenksamste — eineVorrede von 1 Druckbogen (— das wäre mehr als 5 Druck-bogen Reisebilder-Text). Ich habe ihm gesagt, daß ich mitIhnen in Gemeinschaft dies Unternehmen ausführen würde,daß Sie mir dort in Pannover die Excerpte der deutschenAutoren, versehen mit kurzgefaßten biographischen Notizen,hieher schicken würden, und daß ich Ihnen erst schreibenmüsse, um zu wissen, auf welches Ponorar Sie dabey rechnen.
Ich bitte Sie daher, schreiben Sie mir einen ostensibelen
Süsser, Seine. 19