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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
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24 Aus Keines Jugendzeit. Keine und Christian Sethe.

die Sinne berauschen. Nur in den unendlichen Tiefen derMystik kann ich meinen unendlichen Schmerz hinabwälzen.Wie erbärmlich scheint mir jetzt das Wissen in seinemBettlerkleid. Was mir einst durchsichtige Klarheit schien,zeigt sich mir jetzt als nackte Blöße.

Werdet wie die Kindlein" lange wähnte ich dies zuverstehen, o ich närrischer Narr! Kindlein glauben.

Heine.

Schon beynahe ein Monath liegt dieser Brief inmeinem Pult*); da ich erst nach Ddorf geschrieben habe umzu wissen, ob Du schon weggereißt. So eben erhalte Deinenlieben Brief. Bei Gott! alle Freuden sind mir noch nichtabgestorben. Verzeih mir guter, edler Christian, ich habeDich zwar immer von ganzer Seele geliebt, aber auch oft,vielleicht immer verkannt. Dein Stolz erlaubte Dir demarmen Harry dreymahl zu schreiben, ohne zu wissen, ob Duvielleicht Antwort erhallst? Nun, bey Gott! der arme Harryist so arm nicht mehr! Aus dem Brief wirst Du sehenwie mir ums Herz ist; ist noch immer so. Aber ich trageden Schmerz jetzt viel männlicher. Ich fühle aber eininneres Ersterben; auch Poesy verschwimmt in blasse Nebel-bilder. O M. . Du kost mir viel! Ich umarme DichChristian, aber drücke nicht so fest, auf die nackte Brusthängt eine schwarze eiserne Kette, und daran, gerade wodas arme Herz schlägt, hängt ein viel und scharfzackigesschwarze eiserne Kreutz, darin liegt Ms Locke. Hu! Dasbrennt! . . O Christian!

Ich kann nicht mehr im Augenblick geht die Post fort.Onkel will mich hier weg haben, auch Vater beschwert sich,daß ich keine Geschäfte mache ohngeachtet der großen Aus-gaben; aber coute ce que coute bleib ich hier. Schreibmir bald.

Sobald ich Gelegenheit finde erhallst Du den Toback.

*) Der Poststempel zeigt: Kamburg, 20. November.