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Die Geschichte der Grafen von Zollern von der Mitte des 11ten bis Schluß des 12ten Jahrhunderts nach urkundlichen und sonstigen zuverlässigen Quellen
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Begründung unserer Stammtafel.

gestützt auf die in dem Vorstehenden angeführten Gründe, die Ansicht desGrafen von Stillfried, derselbe sei der ältere Bruder des Grafen Fried-rich III. v. Z. (von 1171—1200) gewesen, für unrichtig halten müssen, so istes an uns, denselben anderweitig unserer ältesten Stammtafel des HausesHohenzollern einzureihen.

Es liegt nun, da der Taufname Bertold dem zollerischen Hause sonst,vor- und nachher, völlig fremd ist, nach vielen analogen Fällen der Gedanke nahe,er werde ein Sohn des Grafen Wezel II. von Haigerloch zollerischenStammes gewesen sein, da dessen Mutter eine Schwester des Grafen Ber-told von Eber st ein gewesen. Siehe S. 147. Und wenn mit obigemWezel II. sich auch ein Graf Bertold, der bei diesem Anlasse nach seinemStamm Zollern benannt wird, der zweiten Heerfahrt des Rotbarts (von11S8—62) nach Welschland angeschlossen hat*), so hätte man, wenn unserevorläufige Vermutung zutrifft, Vater und Sohn, die mit einander ausge-zogen. Wezel II. trifft man im Juni 1162 noch bei dem Kaiser zu Pavia,später wird derselbe unseres Wissens überhaupt namentlich auch in der Heimatnicht mehr genannt, Bertold sah aber diese wieder, denn noch eine langeReihe von Jahren von 1171—S4 begegnet man demselben in der Geschichteseines Hauses. In den sechziger Jahren des 12ten Jahrh. scheint er der all-einige Vertreter seines Geschlechts gewesen zu sein, denn Graf Gottfriedvon Zimmern (Zollern) wird 1158 das letzte Mal genannt, die oberwähn-ten zeitweise nach Hohenberg benannten Brüder Burkard und Friedrichund insbesondere Friedrich III. v. Z. scheinen allem nach damals noch nichtvolljährig gewesen zu sein. Bertold ist es ohne Zweifel auch vornehmlichgewesen, welcher dem Pfalzgrafcn Hugo II. in der welfischen Fehde so kräftigund erfolgreich beigestanden ist. Siehe S. 166 ff. Mit den Jahren 1170,1171 und besonders 1179 treten aber neben Bertold auch die obgenanntendrei Glieder des Hauses Zollern in der urkundlichen Geschichte desselben auf.Und wenn wir schon oben aus anderweitigen Gründen die Ansicht, Bertoldsei der ältere Bruder des Grafen Friedrich III. v. Z. gewesen, bestritten haben,so erhellt die Unrichtigkeit derselben auch daraus, daß im andern Fall Ber-told für die Zeit von 1170—94 gegenüber den andern sämtlich jüngeren dreiGliedern des Hauses Z., dem Bruderpaar Burkard und Friedrich unddem zweiten Friedrich seinem vermeintlichen jüngeren Bruder, das Hauptdes Hauses gewesen sein müßte. Einer solchen hervorragenden Stellung des-selben widerspricht aber, daß er, in Urkunden mit den hohenbergischen Brü-dern zusammen genannt, stets nach diesen aufgeführt wird, wenn er mit seinemangeblichen jüngeren Bruder vorkommt, zwar anfangs vor diesem später aber, da

*) Die Non. Aoll. I. führen in Nro. 26 Bertolds Anwesenheit bei K.Friedrich I. zu 1160 wohl an, aber ohne Tag und Ort. Nach Stumpf a. a. O.II. S. 342 war es am 14 Febr. zuPavia, was bei uns S. 163 nachzutragenist mit dem Bemerken, daß auch Bertold v. Z. die fragliche Heerfahrt desgenannten Kaisers mitgemacht hat.