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Die Geschichte der Grafen von Zollern von der Mitte des 11ten bis Schluß des 12ten Jahrhunderts nach urkundlichen und sonstigen zuverlässigen Quellen
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Zweites Kapitel.

Bruno von Zollern als Kanoniker und Propstdes Straßburger Domstifts (Münsters).

Bruno war ohne Zweifel ein Sohn jenes Wezel (d. i.Werner) von Zollern, welcher 1061 eines gewaltsamen Todesgestorben (f. S. 39), und Bruder Adelb erts v. Zollern, desMitstifters von Alpirsbach, der zeitweise auch Graf v. Hai ger-loch und Wiesen eck genannt wurdet Ihr beider mütterlicherGroßvater ist höchst wahrscheinlich jener Graf W e rn er v. Orten-berg (Elsaß) gewesen, der um 1090 das Kloster Huges Hofenim Elsaß, Kreis Schlettstadt, Kanton Weiler (s. S. 66 ff. desersten Teils) gestiftet hat, und von dem bez. dessen Hause so-wohl der Taufname Werner (Wezel) als die sehr ansehnlichenBesitzungen im Elsaß sowie Haigerloch und Rotenburg mitZugehör, was alles man noch im 13. Jahrh. vornehmlich in denHänden der Hohenberg-Haigerlocher Linie des HausesZollern trifft, an dieses gekommen sind. Bruno fielen, obgleich erin den geistlichen Stand getreten, vom mütterlichen Großvaterererbte Besitzungen im Elsaß u. a. Scher weiler sowie alteStammgüter seines Hauses im Breisgau zu (s. unten). Der größteund bedeutendste Teil der letzteren, Burg und Herrschaft Wieseneckund anderes, das von den Burkardingischen Ahnen der Zollernangefallen (s. den I. Teil), fiel an Bruno's Bruder Adelbert,der, wie bereits bemerkt, mitunter darnach hieß.

Bruno wurde wohl als der jüngere Bruder oder vielleichtwegen schwächlicher Leibesbeschaffenheit zum geistlichen Stand be-stimmt *), damaligem Brauch gemäß höchst wahrscheinlich schon imKnabenalter dem Straßburger Domstift übergeben, und in derSchule desselben in den Wissenschaften, dem Horagesang unter-wiesen und als zum geistlichen Stand bestimmt auch in die sonstigengottesdienstlichen Verrichtungen eingewiesen. Als Mitgift brachteer ein freieigenes Gut seines Hauses, dessen Eigentum nun aber

*) Mißgestaltete sollten indes nicht in denselben aufgenommen werden.