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Mainz heran, so daß beide Heere in der Nähe der Stadt zumKampf gernstet einander gegenüber lagen. Aber gerade hier undim entscheidenden Angenbicke zeigte sich, wie wenig die Fürstennachgerade um des kirchlichen Streites willen ihre Waffen gegeneinander zu wenden geneigt waren. Bei beiden Seiten tauchteder Gedanke auf, daß auf gütlichem Wege dein unseligen Streiteim Reich ein Ende gemacht werden müsse, und der Kaiser selbstwar zu einem solchen Ausgleiche die Hand zu reichen erbötig. Sowurde mit seiner Zustimmung beschlossen, von jeder Seite zwölfFürsten als Vertreter zu wählen, welche ohne jeden fremden Ein-fluß die Bestimmungen eines Ausgleichs zwischen den — Reich undKirche zerreißenden — Parteien aufstellen und diese dann einemauf Michaelis (29. September) nach Wirzburg anzuberaumendenReichstage vorlegen sollten, damit auf Grund derselben der Friedezum Abschluß käme. Die vierundzwanzig Fürsten wurden gewähltund durch Handschlag von beiden Seiten das getroffene Abkommenbestätigt. So trennte man sich gegen Ende des Juni mit leichtemHerzen, ohne die Schwerter auf's neue mit Blut gefärbt zu haben.Man glaubte an das Ende des langen Streits und hatte sichdiesmal auch nicht völlig getäuscht, hatte doch K. Heinrich in denVerhandlungen mit Papst Calixtus seinen Verzicht auf die Inve-stitur in Betreff des geistlichen Amtes der Bischöfe und Aebte be-reits zugestanden. Und wenn der kirchliche Streit von den Fürstenals Mittel benützt worden, die kaiserliche Macht herabzudrückenund die ihrige zu heben, so konnten dieselben mit dem bisher Er-rungenen zufrieden sein, denn das Abkommen unter sich und mitdem Kaiser sprach ihnen das Schiedsrichteramt in dem Streitzwischen Reich und Kirche zu.
Da Heinrich vom Elsaß und speziell von Straßburg aus vorMainz gerückt war, so befand sich unser Bruno, der sein Propstamtbeibehalten, sicherlich auch im dortigen kaiserlichen Lager und be-teiligte sich, wie es sein Amt mit sich brachte, bei den Abmachungendes Kaisers mit den Fürsten. Wenn wir nun gleich keinen Belegdafür besitzen, daß er sich auch in dem sehr zahlreichen Gefolgebefunden, als sich Heinrich der Mainzer Verabredung gemäß umMichaelis 1121 in Wirzburg einfand, so ist zu bedenken, daß ebenzufällig keine Urkunde auf uns gekommen oder bekannt geworden